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Der Bedarf an Schweizer Recycling-Velos in Afrika wächst. Grund genug das Projekt «Velos für Afrika» zum runden Geburtstag mit neuem Schub zu versorgen. Es wurde vor 15 Jahren zusammen mit der Velo-Recyclingwerkstatt Drahtesel gestartet. Das schweizweite Velosammelnetz wird jetzt weiter und fester geknüpft. Alte und neue Partner in allen Landesteilen sollen mehr Velos aufbereiten. Und im Mutterhaus an der Waldeggstrasse 27 in Bern-Liebefeld wird in diesen Wochen wieder eine separate Drahtesel-Werkstatt für Velos für Afrika eingerichtet. Sechs Arbeitsplätze sind geplant.
Bald werden in Bern-Liebefeld an mindestens sechs Arbeitsplätzen wieder Velos für Afrika aufbereitet werden: «Dort werden als erstes die Pneus kontrolliert und bei Bedarf ausgewechselt», fachsimpelt Projektleiter Matthias Maurer, «auch die Bremsen, die Schaltung, die Kette müssen sauber funktionieren. Defektes wird repariert oder ausgewechselt. Die Menschen in Afrika sollen mit unseren Velos sofort fahren und Waren transportieren können.» Weniger wichtig dabei, ob die Schutzbleche etwas verbogen sind oder eine Schramme im Sattel ist. «Aber entscheidend auch hier, dass man auf dem Sattel sitzen kann!»
Nach der Funktionskontrolle wird das Vorderrad abmontiert und mit Schnur an den Rahmen gebunden. Ebenso die Pedale und der Sattel. Der Lenker wird dann quer gestellt. So passen möglichst viele Velos in einen Container. Im besten Fall rund 500.
Werkstatt für Afrika
Seit 15 Jahren sammelt und exportiert der Gump- & Drahtesel in der Schweiz ausgemusterte Velos für und mit Partnerorganisationen nach Afrika. Bis vor zwei Jahren wurden die alten Drahtesel nicht nur in verschiedenen sozialen Velowerkstätten von Turgi bis Thun für den Transport vorbereitet, sondern auch in den Recycling-Werkstätten von Gump- & Drahtesel in Bern-Liebefeld fachgerecht gewartet, transportbereit gemacht und in Container gepackt. Bis dann passte diese sinnstiftende Arbeit bestens in die Arbeitsprogramme für Menschen ohne Erwerbsarbeit. Sie werden auf der Suche nach einem Wiedereinstieg in die Arbeitswelt von den PersonalberaterInnen der Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen RAV im Auftrag des Berner Wirtschaftsamtes beco dem Gump- & Drahtesel zur Integration temporär zugewiesen. Seit 2006 geschieht dies im Rahmen neuer Programmstrategien und Aufträge. Darin fanden die Arbeitsplätze in der Werkstatt Velos für Afrika keinen Platz mehr.
Wurzelbehandlung
Für Matthias Maurer, dipl. Sozialarbeiter und im Gump- & Drahtesel jetzt für die Bereiche «Velos für Afrika» und neue Integrationsprojekte zuständig, verlor das Projekt wie das ganze Unternehmen damals ein Herzstück. Auch wenn dank den schweizweiten Partnerschaften weiterhin jährlich rund 7000 Velos nach Ghana, Burkina Faso oder Eritrea verschifft werden konnten. «In Afrika aber werden viel viel mehr Velos gebraucht. Und in der Schweiz werden viel zu viel Velos, die noch fahrtüchtig sind, im Altmetall entsorgt», sagt Maurer. Er ist froh über den Auftrag der Geschäftsleitung und der Stiftung für soziale Innovation als Trägerin des Integrations-Unternehmens, den Ausbau des Projekts voranzutreiben. So wird das schweizweit aufgezogene Sammelnetz in den nächsten Monaten verfeinert und verstärkt. In der ganzen Schweiz sollen neue Abgabeplätze für Velos für Afrika erschlossen und öffentlich gemacht werden.
Wirkungsgrad
«Wir werden mit unseren altbewährten Recycling-PartnerInnen Verwertung und Logistik der Velos für Afrika optimieren. Und wir richten in diesen Wochen auch bei uns hier im Liebefeld eine separate Drahtesel-Werkstatt für die Aufbereitung von Velos für Afrika ein.» Geplant sind sechs Arbeitsplätze für Menschen, die eine sinnvolle Arbeit suchen und nicht mehr bei der ALV (Arbeitslosenversicherung) versichert sind. Matthias Maurer: «Wir arbeiten auch eng mit Sozialdiensten und anderen zuweisenden Institutionen und Behörden zusammen, die für ihre Klienten Arbeitsplätze mit handfesten Tätigkeiten in einem betreuten Umfeld suchen. Dafür eignet sich in der Velowerkstatt ganz besonders die Arbeit an Velos für Afrika. Die Arbeit ist zwar einfach und im Prinzip immer gleich, jedes Velo aber ist nicht nur in der Farbe anders. Und das Resultat bewegt in Afrika die Welt.»
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| Matthias Maurer ist in der Velo-Recyclingwerkstatt von Gump- & Drahtesel für «Velos für Afrika» zuständig. Er freut sich auf Ihre Fragen - und Angebote. |
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